Flussbad „Bodheisl“

Vils-Flussbad Bodhäusl

Foto: Anna Unterholzer

Ein Denkmal ganz anderer Art ist ein kurioser Bretterverschlag links der Vils, wenige Meter von der Vilsbrücke entfernt, das sich bei näherer Betrachtung als eins der letzten Flussbäder Bayerns entpuppt. Wenige Schritte führen immer noch die zahlreichen sonnenhungrigen Besucher direkt in die kühlende Vils. Dabei wird das „Bodheisl“, dieses bedeutende Unikat, weiter lebendig gehalten. Als ein besonderes Plätzchen verehrt oder als „geht gar nicht“ abgelehnt. So weit gehen die Meinungen zum „Bodheisl“ auseinander. Jedoch steht fest, der Badebereich an der Vils ist eines der letzten Flussbäder Bayerns. Idyllischer könnte es nicht liegen. Viele kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Dem Vilswasser werden von den Einheimischen sogar heilende Kräfte zugesprochen.

 

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Den damaligen Moralvorstellungen angepasst, bestand es aus zwei Abteilungen, die nicht nur bei den Umkleidekabinen, sondern auch noch im Wasser durch einen Zaun, Männlein und Weiblein voneinander trennten. Selbst Ehepaare mit Kindern waren gezwungen, sich auf getrennten Seiten im Wasser zu vergnügen. Aus Erzählungen weiß man, dass Herr und Frau Apotheker einmal gemeinsam im Wasser schwammen, was der damalige Bürgermeister Bauer als unsittlich bezeichnete. Später hat ein Hochwasser den Wassertrennzaun mit sich gerissen.


Vor dem II. Weltkrieg stand zwischen Schleuse und Badeanstalt ein so genanntes „Badehaus“ auf „Pfählen“, zu dem nur Marktbürger mit Schlüssel Zutritt hatten. Auch der Pfarrer kam gelegentlich dort hin um ungestört Badefreuden zu genießen. Nach dem Krieg wurde das Badehaus, wohl aus Altersgründen, abgerissen. Der Eintritt kostete anfangs 5 Pfennige für Kinder und 20 Pfennige für Erwachsene. Später wurde er auf 10 bzw. 30 Pfennige erhöht. Geboten wurde dafür, eine herrliche Schwimmstrecke, ein Sprungbrett, die Umkleiden, Liegeflächen und die Betreuung durch einen Bademeister. Vielen wird das Ehepaar Zwack noch ein Begriff sein. Beide waren auch beim Roten Kreuz tätig und führten die Badeanstalt von 1948 bis 1967 zur vollen Zufriedenheit der Gäste. Süßigkeiten und Getränke wurden angeboten. Witz und Humor vom Bademeister gab's gratis dazu. Nach dem Tod von Herrn Zwack wurde das Bad nicht mehr beaufsichtigt.


Heute ist die Marktgemeinde für die Instandhaltung zuständig und sie übernimmt diese Aufgabe gerne um den Badegästen einen angenehmen Aufenthalt in dieser romantischen Badestelle an der Vils zu ermöglichen. Immer noch von hohen Bretterzäunen abgeschirmt ist es gelungen, den Charme der historischen Badeanstalt und eine naturnahe Stätte für Spaß und Erholung in der Sommerzeit, zu erhalten.

 

Das Baden ist auf eigene Gefahr; eine Badeaufsicht ist nicht vorhanden!

 

Grossansicht in neuem Fenster: Flussbad Bodheisl 1 Grossansicht in neuem Fenster: Flussbad Bodheisl

 

 

Auf die Verbote gemäß § 4 der Satzung über die Benutzung der öffentlichen Grünanlagen wird hingewiesen.

 

Den Benutzern der Badestelle ist insbesondere untersagt:

  •  die Beschädigung und Verunreinigung der Anlage und ihrer Bestandteile
  • das Grillen
  • der Alkoholgenuss
  • das Jagen oder Fangen von Tieren
  • die Benutzung von Radio- oder Tonwiedergabegeräten, soweit dadurch andere Anlagenbenutzer belästigt werden
  • das Zelten sowie Nächtigen
  • das Errichten und der Betrieb von offenen Feuerstellen

Ausnahmen können durch Sondernutzungserlaubnis des Marktes Frontenhausen zugelassen werden. Widerrechtliche Handlungen sind mit Geldbuße bis zu 2.500 Euro bewehrt.