Turmhügel Loitersdorf

Turmhügel Loitersdorf

Eine ungewöhnliche Erhebung auf der sonst ebenen Feuchtwiese der Vilsinsel bei Loitersdorf geleitet uns ins Mittelalter um das 11.- 13. Jh. Es handelt sich um einen Turmhügel (Motte genannt) mit ihm umgebenden, nur noch aus der Luft erkennbaren Graben, der allerdings durch Wetter und Hochwasser auf seine jetzige Größe gestutzt wurde. Vermutungen über die Funktion des Turmhügels reichen vom Sitz der Ministeralien (Verwalter des Grafen von Frontenhausen) über einen Turm zur Kontrolle des Vilsüberganges, mit dem damit verbundenen Kassieren von Wegezoll bis zur repräsentativen Darstellung des Herrschaftsanspruches.

 

Hier auf einer Insel zwischen zwei Vilsläufen ist ein noch gut erhaltener Hügel in Form eines „Guglhupf“ deutlich zu erkennen. Heute ist er mit Eichen bestanden. Einst stand hier, umgeben von einem Wassergraben, vor etwa 800 Jahren ein hölzerner Turm. Der Archäologe erzählte, dass dieser Typ von Burgen im Vilstal sehr verbreitet war; die nächsten seien in Marklkofen und Mettenhausen sowie in Gerzen und Geisenhausen.

 

Wie auf dem Teppich von Bayeux, dort ist die Schlacht bei Hastings von 1066 dargestellt, zu sehen ist, gab es diese künstlich aufgeschütteten Hügeln mit Holztürmen in der Normandie bereits im 11. Jahrhundert. Es dauerte wohl einhundert bis zweihundert Jahre, bis sich dieser frühe Burgtyp auch bei uns durchsetzte. 

 

 

 

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