Altbürgermeister Georg Retz zum Ehrenbürger des Marktes Frontenhausen ernannt

Bild Verleihung Ehrenbürgerrecht an Georg Retz mit Bürgermeistern und GLMonika Ebnet

Ehrenbürger Georg Retz mit Ehefrau Brigitte, den Bürgermeistern des Marktes Frontenhausen Dr. Franz Gassner, Franz Wimmer und Gaby Seisenberger sowie Geschäftsleiter Christian Dittrich

Einstimmig war der Beschluss des Marktgemeinderates, dass Altbürgermeister Georg Retz Ehrenbürger werden soll. „In dankbarer Würdigung seiner herausragenden Verdienste zum Wohle des Marktes Frontenhausen und seiner Bürger“ ist auf der Urkunde zu lesen. „Du hast in deinem Leben so viel Einsatz für unseren Markt gezeigt, dass es höchste Zeit wurde, dass dir diese Ehre heute zu Teil werden kann“, begann Bürgermeister Dr. Gassner sichtlich um Worte ringend. Schon in jungen Jahren war Retz als Kolpingsmitglied und Feuerwehrler aktiv, wurde später Kommandant.

 

Das machte ihm den Einstieg in die Marktpolitik als 29-Jährigen möglich. Am 3. September 1975 wurde er als Nachrücker zum Marktgemeinderatsmitglied. Von 1990 bis 1993 war er Zweiter Bürgermeister, vom 1. Mai 1993 bis 2002 ehrenamtlicher Erster Bürgermeister und von 2002 bis 2014 hauptamtlicher Erster Bürgermeister. „Du hast Frontenhausen in einer laufenden Legislaturperiode übernommen, mit nicht unerheblichen Schulden und einer begonnenen Planung zum Baugebiet Haager Feld II“. Zahlreiche Großprojekte, unzählige wichtige und auch bedeutende Projekte sind in diesen vielen Jahren umgesetzt worden. Vom Umbau und Neubau des Feuerwehrgerätehauses der Feuerwehr Frontenhausen, dem Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Rampoldstetten, Neubau Grundschule, Sanierung der Mittelschule, dem Neubau der Zweifachturnhalle bis hin zum Neubau der Vilsbrücke, die Liste könnte wohl noch lange fortgeführt werden. Ein „Großprojekt“ war die Ortsumgehung von Frontenhausen, deren Südspange 2000 eröffnet werden konnte und im Norden 2003. Seit 1999 war die Ortskernsanierung von Frontenhausen Thema, Radwege nach Marklkofen, Dingolfing und Loizenkirchen wurden auf den Weg gebracht. Der Neubau des Seniorenheims mit Übernahme der Heime in die neue Betreibergesellschaft wurden genannt, ebenso die nicht unerheblichen Investitionen in das neue Heim durch die Zusammengelegte Stiftung.

 

In die Amtszeit von Retz fiel die Erschließung der Außenbereiche mit der öffentlichen Wasserversorgung des Wasserwerks Frontenhausen, der Neubau des Bauhofes und
auch der Neubau der Kinderkrippe und die Erweiterung und Sanierung des Kindergartens. Georg Retz war zudem Vorsitzender des Schulverbandes Frontenhausen und von 1996 bis 2014 Mitglied des Kreistages.

 

Für seine langjährige Arbeit wurde er 2006 mit der kommunalen Verdienstmedaille für die besonderen Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung vom Regierungspräsidenten ausgezeichnet. Seit Mai 2014 trägt er den Titel Altbürgermeister und erhielt vom Markt selber die Bürgermedaille in Gold verliehen. Insgesamt wurden in der Amtszeit von Georg Retz 46 Millionen Euro investiert, wobei rund 30 Millionen Euro über Zuschüsse, Grundstücksverkäufe und Herstellungsbeiträge wieder in die Marktkasse zurückflossen. Beachtliche 16 Millionen Euro habe man in dieser Zeit also erwirtschaftet und im Jahr 2014 habe er trotz all dieser Investitionen einen gut bestellten Markt an seinen Nachfolger übergeben. „Du warst mit Leib und Seele Bürgermeister. Du hast dieses Amt gelebt und auch mit Leben gefüllt“, dankte Dr. Franz Gassner. „Du warst immer da, wenn Hilfe und Rat gefragt waren, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr!“. Die Marktgemeinde Frontenhausen sage ihm ein herzliches Vergelt´s Gott für alles, was er getan habe. Gänsehaut hatte Georg Retz, als er erfuhr, dass ihm diese hohe Auszeichnung zuteil werde. Und an diesem Abend zeigte er sich sichtlich bewegt von dieser Ehre. „Ich habe es gern gemacht“, versicherte er. Wobei er all die Jahre großen Rückhalt von Seiten seiner Ehefrau Brigitte erfahren habe, die ihn unterstützt und gestützt habe. Dass er diese Würdigung schon mit 75 Jahren entgegennehmen dürfe, bekundete er mit einem Schmunzeln: „mit 80 habe ich auf die Auszeichnung gehofft“.

 

Grossansicht in neuem Fenster: Bild Verleihung Ehrenbürgerrecht an Georg Retz mit Bürgermeistern und GL

 

 

Markt Frontenhausen ehrte verdiente Bürger

 

Bürgermedaille in Silber an Karl Vilsmeier, Michael Schleich, Helga Mayer, Helga Stuckenberger und Franz Wimmer.

 

Wie Dr. Franz Gassner eingangs erläuterte, werde die Bürgermedaille in Silber an Personen verliehen,die sich in besonderer Weise um das Wohl und Ansehen des Marktes verdient gemacht oder in Anerkennung der verdienstvollen Arbeit für den Markt eingesetzt haben.

 

Helga Stuckenberger engagierte sich über Jahrzehnte hinweg ehrenamtlich für ihre Mitmenschen. Dies begann als stellvertretende Leiterin der BRK-Bereitschaft Frontenhausen, eine Position, die sie über 40 Jahre inne hatte. Sie war auch einer der Motoren des BRK-Seniorenstammtisches, den sie von 2004 bis heute zusammen mit Pauline Lison organisiert. Unzählige Male hat Helga Stuckenberger mit ihren Bussen Fahrten für nicht mehr so mobile Menschen übernommen und ihnen damit die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Früh hat sie auch die Sorgen und Schwierigkeiten von behinderten Mitmenschen bei Reisen erkannt und ihren Bus behindertengerecht umgebaut. Sogar eine Hebebühne wurde installiert und so das Mitfahren von Rollstuhlfahrern ermöglicht. Als sich das Einkaufsgeschehen im Markt in Richtung Gewerbegebiet veränderte, war sie es, die für nicht so fahrtüchtige Frontenhausener zweimal wöchentlich eine „Einkaufsfahrt“ ermöglichte. Zwar erhielt sie immer wieder Spenden für diese Fahrten, die Spenden reichten aber bei weitem nicht aus, das Defizit zu begleichen. Das hinderte sie aber nicht, weiter diese Einkaufsfahrten durchzuführen und diejenigen, die darauf angewiesen waren, waren froh und dankbar. „Für das unglaubliche soziale Engagement, für ihre Lebensleistung in Frontenhausen, hat sie diese Ehrung mehr
als verdient“, so Gassner.

 

Verleihung Bürgermedaille an Helga Stuckenberger

Helga Stuckenberger mit Bürgermeister Dr. Gassner (Foto: Monika Ebnet)

 

24 Jahre war Helga Mayer treue Markträtin, brachte sich in verschiedenen Ausschüssen ein, war Delegierte der Volkshochschule. Vor allem aber war sie viele Jahre Heimfürsprecherin im Bürgerheim und dann, als diese Position eingeführt wurde, Seniorenbeauftragte des Marktes. Von diesen Anfängen entwickelte sich eine moderne Seniorenarbeit, die durch viel Zeitaufwand und ehrenamtliches Engagement gezeichnet war. Alte Mitbewohner brauchen Fürsorge, Hilfe in kleinen Dingen und vor allem Zeit, die man ihnen schenken soll. Diese Zeit habe sie ab dem Tag, an dem sie in Rente ging und so verging kaum ein Tag, wo sie nicht im Seniorenheim aufschlug und sich der Sorgen und Nöte der Bewohner annahm. Helga Mayer war eine der wenigen, die bei fast allen öffentlichen Terminen da war, da, wo ein Marktrat sich in der Öffentlichkeit zeigen sollte. Sie war mit ihrer Gewissenhaftigkeit ein Vorbild für alle jungen nachkommenden Markträten.

 

Verleihung Bürgermedaille an Helga Mayer

Helga Mayer mit Bürgermeister Dr. Gassner (Foto: Monika Ebnet)

 

Auch an Michael Schleich wurde die Bürgermedaille überreicht, weil er seit mittlerweile 25 Jahren als Marktrat tätig ist. Am 1. Mai 1996 trat er das Mandat an und wurde seither mit hervorragenden Stimmenzahlen viermal wieder gewählt. Seit 2002 hat der das Amt des CSU-Fraktionssprechers inne, was aber nur in den jeweiligen Jahresschlusssitzungen zum Tragen kam, bei denen er durch fein- und hintersinnige Worte sich größten Respekt abholt. Seine wirtschaftliche oder unternehmerische Weitsicht, sein Sachverstand und seine soziale Kompetenz sind für das Gremium von großer Bedeutung. Seine Meinung und seine Kommentare sind fundiert und finden Gehör. Von Anfang an gehört er dem Rechnungsprüfungsausschuss an, war aber auch im Personalausschuss, im Hauptausschuss und im Grundschulverband aktiv. Als Mitglied der Kirchenverwaltung ist er unersetzbares Bindeglied zwischen Pfarrei und Kommune. „Ein Marktgemeinderat ohne ihn ist kaum vorstellbar“, betonte Gassner.

 

Verleihung Bürgermedaille an Michael Schleich

Marion und Michael Schleich mit Bürgermeister Dr. Gassner (Foto: Monika Ebnet)

 

Auf die gleiche Dienstzeit bringt es auch Karl Vilsmeier. Als Kandidat der Rampoldstettner Liste wurde er im Mai 1996 als jüngstes Mitglied damals in den Marktrat aufgenommen. Ein Zeichen, dass sein Rückhalt und seine Beliebtheit vor allem in der Altgemeinde damals schon sehr groß war. Hilfsbereit, viele Details zu wissen, waren die Attribute, die ihn bald zum Sprachrohr der Frontenhausener Außenbezirke und zum „Bürgermeister von Rampoldstetten“ werden ließen. „Wenn es um draußen geht, muss man den Karl fragen, das war immer die Devise der Verwaltung und des jeweiligen Bürgermeisters“, so Gassner. Er überblickt grundsätzlich alle Probleme in den südlichen Bereichen der Marktgemeinde, wisse von sanierungsbedürftigen Straßen und schlechten Feldstraßen, von verstopften Gräben und mangelhaften Durchlässen. Er weiß auswendig von den verschiedensten Besitzverhältnissen, Bodenqualitäten und den Waldzuständen. Er weiß, wo den Rampoldstettnern und Croanern der Schuh drückte und drückt. Und als Jagdvorstand organisiert er seit vielen Jahren in vorbildlicher Weise das Kiesfahren und die Bankettsanierung in seiner Jagd Rampoldstetten.

 

Verleihung Bürgermedaille an Karl Vilsmeier

Karl Vilsmeier mit Bürgermeister Dr. Gassner (Foto: Monika Ebnet)

 

Die fünfte Bürgermedaille in Silber ging an diesem Abend an Zweiten Bürgermeister Franz Wimmer, der ebenfalls seit 1996 Marktrat ist. 2014 übernahm er das Amt des Stellvertreters, in das er eindrucksvoll 2020 einstimmig wiedergewählt wurde. Allein dieses Ergebnis spreche Bände. Seine Meinung wird parteiübergreifend gehört und nicht nur als Mitglied des Bauausschusses, dem er seit 1996 angehört, hinterfragt er kritisch und mit viel Sachwissen die Problemstellungen. „Ein einfaches ‘Ja, des werd scho irgenwie gehen’ gibt’s bei Franz nicht“, erklärt Gassner. Seit sieben Jahren leitet er den Rechnungsprüfungsausschuss, wo er jährlich die Ausgaben und Einnahmen der Marktgemeinde beleuchtet und mögliche Schwachstellen beziehungsweise Verbesserungsmöglichkeiten anmahnt. Sein Engagement in vielen örtlichen Vereinen gipfelte in der Übernahme des Kommandantenpostens der Feuerwehr, den er ganze 26 Jahre inne hatte. Dass dieses Amt eine ungehörige Verantwortung bedeutet ist wohl jedem bewusst. „Und kaum jemanden ist unsere Heimat Frontenhausen so ans Herz gewachsen wie unserem Franz.

 

Verleihung Bürgermedaille an Franz Wimmer

Ulli und Franz Wimmer mit Bürgermeister Dr. Gassner (Foto: Monika Ebnet)

 

 

 

Eine Übersicht über alle vergangenen Ehrenträger des Marktes Frontenhausen sowie weitere Unterlagen dazu finden Sie hier!