Bürgermeister Dr. Gassner mit großer Zustimmung zum Stellvertreter des Landrats gewählt

Bürgermeister Dr. Gassner mit großer Zustimmung zum Stellvertreter des Landrats gewählt

Foto Dingolfinger Anzeiger: Landrat Werner Bumeder mit Zweitem Landrat Dr. Franz Gassner und Dritter Landrätin Manuela Wälischmiller.

Die optimale Weiterentwicklung der Heimat
 
Die erste Tagung des neuen Plenums stand unter Corona-Bedingungen
Von Winfried Walter (DA Artikel vom 19.05.2020)
 
Noch machte der neue Landrat Werner Bumeder keine konkreten Sparvorschläge. Doch in seiner gestrigen ersten Kreistagssitzung machte er deutlich, dass es möglicherweise auch die Aufgabe des Plenums sein wird, Maßnahmen auf den Prüfstand zu stellen oder zeitlich etwas zu verschieben.Für die Mehrheit der Kreisräte, nämlich 35, waren die Umstände dieser Kreistagssitzung nicht mehr völlig ungewohnt, war es doch schon die zweite Sitzung, die unter Corona-Bedingungen stattfand. Abermals wurde der große Sitzungssaal mit der Stadthalle getauscht, abermals musste man sich mit der Maske bewegen und erneut galt das Abstandsgebot. Diese erste Kreistagssitzung der Wahlperiode 2020 bis 2026, also des neunten Kreistags des Landkreises Dingolfing-Landau war eine stadthallenfüllende Vereinzelung der 60 Kreisräte, zunächst einmal räumlich, aber vielleicht auch symbolhaft, denn so bunt war das Plenum noch nie. Im Gremium sind zehn Gruppierungen in neun Fraktionen vertreten. Landrat Bumeder sprach von einer sehr guten Mischung aus neuen Mandatsträgern und Ideengebern und erfahrenen Kreisräten. Das Durchschnittsalter gab er mit 52 Jahren an, um 7,4 Jahre unter dem Durchschnitt des bisherigen Kreistags.
 
Die Zusammenarbeit bei der Vorbereitung der Sitzung nannte Bumeder konstruktiv, in den Fragen der Anzahl der weiteren stellvertretenden Landräte, in der Neufassung der Geschäftsordnung sowie in der Besetzung von Verwaltungsräten dürfte es im Vorfeld aber dennoch geknirscht haben.
 
Ein Vierter Landrat?
Die Vielfalt des neuen Kreistags hätte sich nach den Vorstellungen der SPD auch in der Anzahl der Stellvertreter des Landrats niederschlagen sollen. So regten die Sozialdemokraten die Bestellung eines dritten stellvertretenden Landrats an. Der Vorschlag, dies in die Geschäftsordnung aufzunehmen, wurde jedoch mit großer Mehrheit abgelehnt. Zwar hätten die meisten niederbayerischen Landkreise einen dritten stellvertretenden Landrat, sagte Bumeder, doch zu Corona-Zeiten, in der keine oder kaum Veranstaltungen stattfinden, wäre dies den Bürgern nicht zu vermitteln. Bumeder zeigte sich offen, bei Normalbetrieb in die Beratungen zu diesem Thema einzusteigen.Als Kommentar zitierte Dr. Bernd Vilsmeier von der SPD den bayerischen Schriftsteller Georg Lohmeier: „Gebraucht hätte es dies nicht, aber es wär’ schön gewesen“.
 
Dr. Gassner ist Stellvertretender Landrat
So bleibt es vorderhand bei zwei Stellvertretern. Bei der geheimen Wahl des Stellvertretenden Landrats und der Bestellung des Dritten Landrats per Akklamation gab es keine Überraschungen. Zum Stellvertretenden Landrat wurde Frontenhausens Bürgermeister Dr. Franz Gassner gewählt. Auf ihn entfielen 46 der 59 abgegebenen Stimmen. 55 davon waren gültig. Jeweils eine Stimme entfielen auf Christine Aigner, Franziska Sänftl, Josef Pellkofer, Christine Trapp, Dr. Bernd Vilsmeier, Josef Koch, Karl Wolf, Manuela Wälischmiller und Alois Aigner.
 
Manuela Wälischmiller ist Dritte Landrätin
Dritte Landrätin bleibt Manuela Wälischmiller. Der Vorschlag von Josef Pellkofer namens der Freien Wähler und der Freien Jungen Wähler blieb ohne Gegenstimmen.
 
Die neuen Kreisräte
Landrat Bumeder vereidigte seine beiden Stellvertreter wie auch die 25 neuen Kreisräte. Es sind dies Heike Aichner (ödp/Aktive Bürger), Franz Anneser (Grüne), Franz Aster (PRO Dingolfing-Landau), Josef Beham (Freie Wähler), Werner Biersack (Freie Wähler), Josef Daffner (Junge Bürgerliste), Friedhelm Dickow (CSU), Julia Gräfin von Arco auf Valley (CSU), Armin Grassinger (Freie Wähler), Markus Helfensteller (AfD), Rolf-Peter Holzleitner (Freie Wähler), Maria Huber (Freie Wähler), Matthias Kohlmayer (PRO Dingolfing-Landau), Dr. Petra Loibl, MdL (CSU), Thomas Lorenz (Freie Junge Wähler), Jörg Marohn (AfD), Josef Pellkofer jun. (Freie Junge Wähler), Stephan Protschka, MdB (AfD), Armin Salzberger (Freie Junge Wähler), Franziska Sänftl (Grüne), Daniela Stadler (AfD), Manuel Stögmüller (Junge Bürgerliste), Werner Straubinger (PRO Dingolfing-Landau), Benjamin Taitsch (Junge Bürgerliste), Valentin Walk (CSU). Allen Mitgliedern des Kreistags gratulierte Bumeder zur Wahl bzw. Wiederwahl und er drückte seine Freude auf die Zusammenarbeit aus. Als gemeinsames Ziel nannte der Landrat die optimale Weiterentwicklung der Heimat. Bumeder dankte seinem Vorgänger, Landrat Heinrich Trapp für seine Arbeit, aber auch dafür, dass er ein sehr gut bestelltes Haus hinterlassen hat. In den vergangenen Jahren sei sehr viel umgesetzt worden, im schulischen Bereich, in sozialen und wirtschaftlichen Fragen, ebenso in der Weiterentwicklung der Bürgergesellschaft. Auch im Unwelt- und Naturschutz habe man vieles erreicht. Vieles sei auch noch auf den Weg gebracht worden, das man fortsetzen und vollenden müsse.
 
Die Auswirkungen von Corona
Die Auswirkungen von Corona spürten alle, die gesamte Bevölkerung, von Kleinkindern bis zu den Senioren, ob Singles oder Familien. Auch die Einrichtungen des Landkreises, die Schulen, die Seniorenheime, die Verwaltung, aber auch der Landkreis generell müssten sich darauf einstellen, möglicherweise deutlicher und langfristiger, als man momentan denke. Wenn die Steuerschätzungen bundesweit um 100 Milliarden Euro nach unten korrigiert werden, dann werde das auch an unserem Landkreis und unseren Kommunen nicht spurlos vorbeigehen. „Deshalb wird es möglicherweise auch die Aufgabe dieses Kreistages sein, Maßnahmen auf den Prüfstand zu stellen oder zeitlich etwas zu verschieben“, sagte Bumeder. Er wolle nicht schwarzmalen, aber man könne die Augen vor dieser Entwicklung nicht verschließen. Vor allem aber sei es Aufgabe des Gremiums, nach bestem Wissen und Gewissen für eine positive Entwicklung der Heimat zu entscheiden. „Sachliche Analysen und sachliche Diskussionen sollen dabei unsere Leitplanken für die Entscheidungen und Weichenstellungen sein, keine ideologischen Streitigkeiten. Dazu fordere ich Sie alle auf und bitte um ein faires Miteianander in diesem Gremium.
 
Der Aufgabenbereich reiche von der Jugend- bis zur Seniorenpolitik, von der Bildungspolitik bis zur medizinischen Versorgung, von der Sozialpolitik und der Umweltpolitik bis zur Wirtschaftspolitik.
 
Bumeder schlug dem Kreistag neben den bestehenden Strukturen einen neuen Ausschuss Struktur, Umwelt- und Klimaschutz vor. Umwelt- und Klimapolitik seien zentrale Zukunftsthemen, denen man sich stellen müsse. Und auch die Weiterentwicklung der Infrastruktur werde für die Zukunftsfähigkeit des ländlich strukturierten Landkreises eine entscheidende Rolle spielen. Deshalb wolle man diese Themen in einem eigenen Ausschuss intensiver behandeln.

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